Interviews mit ehemaligen Kollegiaten

Wir haben ehemaligen Kollegiaten unserer Einrichtung einige Fragen gestellt. Lesen Sie hier ihre Anworten aus den vorausgegangenen Interviews:

 


Dr. med. dent. Gäbler-Walther, Petra, Zahnärztin, Abitur 1994

Was kannst Du uns über Deinen Werdegang nach dem Abitur berichten?

Zahnmedizinstudium in Jena von Sept.1994 bis Jan. 2000, ab 2000 arbeiten als angestellter Zahnarzt, Promotion 2002 zum Dr. med. dent., 
2003 Niederlassung mit eigener Praxis

 

Was möchtest Du uns über dein Privatleben verraten?

2003 Geburt eines Sohnes,
2007 Eheschließung

 

Warum hast Du Dich für das Abitur am Ilmenau-Kolleg entschieden?

Allgemeinbildendes Abitur, zulässig für alle Studiengänge in Deutschland;
wohnortnahe Bildungseinrichtung;
kein stressiges Abitur neben der Arbeit;
Elternunabhängiges Bafög

 

Was war für Dich das Besondere am Ilmenau-Kolleg?

Nette, zielbewusste Kommilitonen; Vielseitige Unterstützung in allen Gebieten vom Lehrkörper; Freundschaftlicher Umgang zwischen Abiturienten und Lehrern

 

Welchen Tipp würdest Du aus heutiger Sicht einem Kollegiaten geben?

Wenn Du das allgemeinbildende Abitur ablegen willst, Deine gesamte Konzentration dem Abitur widmen willst, aber nebenbei auch noch ein wenig Freizeit haben willst, dann bist Du am Ilmenau-Kolleg an der richtigen Adresse! Die ersten Wochen, nachdem man das Abitur begonnen hat, sind etwas mühsam. Dann hat man sich eingearbeitet und eingelebt und das Lernen geht fast von allein.


Dr.rer.medic. Krannich, Jens-Holger, Diplom-Psychologe, Abitur 1995

Was kannst Du uns über Deinen Werdegang nach dem Abitur berichten?

Direkt im Anschluss an das Abitur habe ich keinen Studienplatz im Fach Psychologie bekommen. Die Zeit bis zur nächsten Bewerbungsrunde bei der ZVS überbrückte ich als Bauhilfsarbeiter (eine meiner besten Erfahrungen) sowie mit Tätigkeiten in meinem ursprünglich erlernten Handwerksberuf.

Am 01. März 1996 (ein sehr glücklicher Tag meines Lebens) erfuhr ich, dass ich für mein „Traumstudium“ Psychologie zugelassen war und habe dann zum Sommersemester 1996 dieses Studium an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg aufgenommen.
Anfänglich war alles sehr neu und stressig, und vor allem war das Studium sehr „statistisch“, aber ich habe es ausgehalten und alle möglichen Statistikscheine (in Würzburg sind das nicht wenige) ohne Wiederholung bekommen.

 

Neben der methodischen Ausbildung ist das Fach Psychologie in Würzburg sehr naturwissenschaftlich geprägt, und meine Interessen richteten sich hin zur biologischen Psychologie (und das ohne Bio im Abi). Weiterhin habe ich die klinische Psychologie, die Neuropsychologie und die Pharmakospsychologie vertieft.

 

Meine Diplomarbeit habe ich zum Thema: „Wie wirkt sich Erheiterung auf Stress und Angst aus“ geschrieben und dazu eine experimentelle Untersuchung durchgeführt.

Direkt nach Studienabschluss hatte ich das Glück, an der Klinik und Poliklinik für Herz- und Thoraxchirurgie in Würzburg (www.htc-wuerzburg.de) eine Projektstelle zu bekommen. Dort erarbeitete und evaluierte ich ein Frühmotivationsprogramm zur Lebensstiländerung bei Herzbypasspatienten. Einen Teil der Ergebnisse dieses Projektes nutzte ich um meine Dissertation zu schreiben.

 

Promoviert habe ich neben meiner eigentlichen beruflichen Tätigkeit in Würzburg als Externer an der Universität Duisburg-Essen.
Übrigens, das „Dr. rer. medic.“ bedeutet „Doktor der theoretischen Medizin“ (Falls es jemanden interessiert: Dazu gibt es einen Artikel der Wochenzeitung DIE ZEIT, der online zur Verfügung steht www.zeit.de/2009/43/C-Doktor-Med).

Nun arbeite ich schon im neunten Jahr an der gleichen Klinik und habe das große Privileg, neben meiner wissenschaftlichen Tätigkeit auch weiterhin Patienten mit allen möglichen Erkrankungen und Unfällen behandeln zu dürfen. Momentan arbeite ich an den Themen „neuropsychologische Leistungsfähigkeit nach Herzoperationen“ und „Lebensqualität bei Patienten mit Lungenkrebs“. Dazu betreue ich mehrere medizinische Doktorarbeiten und publiziere über diese Themen. Außerdem halte ich Vorträge auf internationalen Fachtagungen.
Derzeit absolviere ich zusätzlich eine Ausbildung zum Mediator (Konfliktvermittlung), die ich in diesem Jahr abschließen werde.

 

Was möchtest Du uns über Dein Privatleben verraten?

Ich lebe mit zwei Frauen zusammen.

 

Warum hast Du Dich für das Abitur am Ilmenau-Kolleg entschieden?

Ich hatte in der DDR nicht die Möglichkeit, Abitur zu machen und zu studieren. Das hing mit meinen kirchlichen Aktivitäten und meiner Weigerung zusammen, drei Jahre zur NVA zu gehen. Nach der Wende ergab sich glücklicherweise die Chance am Ilmenau-Kolleg.

 

Was war für Dich das besondere am Ilmenau-Kolleg?

Ich habe von Anfang an das Verhältnis Lehrer – Kollegiat als etwas Besonderes erlebt. Es war so ganz anders als ich es aus meiner Schulzeit kannte. Der Lehrer mutierte plötzlich vom „Feindbild“ zum „Partner“ bei der Zielerreichung, dem Abitur. Außerdem war es unwahrscheinlich interessant mit erwachsenen Menschen, die alle ihre ganz spezielle Biographie hatten, gemeinsam zu lernen. Es war die Mischung aus beiden und die bewusste Entscheidung „ich mache Abitur, um danach studieren zu können“, die die Zeit am Ilmenau-Kolleg für mich zu etwas ganz besonderen gemacht haben. Ich bezeichne heute die Entscheidung dazu immer noch als eine meiner glücklichsten.

 

Welchen Tipp würdest Du aus heutiger Sicht einem Kollegiaten geben?

Nutze die Möglichkeiten, die dir dort gegeben werden, und betrachte es nicht als Notlösung. Das Abitur am Ilmenau-Kolleg eröffnet dir Wege, die dir ansonsten zu gehen verwehrt werden.

Dipl.-Wirtsch.Ing.Fuhrmann, Robert, Projektleiter Konzernlogistik Bosch Thermotechnik, Abitur 1996

Was kannst Du uns über Deinen Werdegang nach dem Abitur berichten?

Vor dem Abitur: Ausbildung zum Werkzeugmacher.
Nach dem Abitur: Absolvieren des Zivildienst (so das mir das nicht beim Studium dazwischen kommt).
Nach dem Zivildienst Studium des Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Ilmenau in der Technischen Fachrichtung Maschinenbau.
Schwerpunkte im Studium lagen im wirtschaftlichen Bereich, da ich während des Abiturs gemerkt habe das mir Wirtschaft & Recht sehr gut gefällt und ich leicht gute Note erziele.
Während des Studiums habe ich versucht, so viel Praktika wie möglich zu absolvieren. Da ich schon früh gemerkt habe, dass ich Generalist bin, wollte ich möglichst viele Unternehmensbereiche (Controlling, Marketing, Fertigung, etc.) kennen lernen. Ich hatte Glück und wurde von Bosch Rexroth für ein Praktikum nach Japan entsandt.
Für meine Diplomarbeit fand ich ebenfalls bei Bosch Rexroth ein interessantes Thema. An dem Standort von Bosch Rexroth, an dem ich schrieb, wurde man aufmerksam auf mich und machte mir ein Angebot, welches ich nicht ablehnte. Ich begann als Einkäufer und wurde sehr bald schon Lead Buyer, also führender Einkäufer für den Bereich Kunststoffe und Dichtungen für den Bosch Rexroth Konzern. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in England sind wir nun wieder zurück in Deutschland, diesmal bei Bosch Thermotechnik. Von Bosch Thermotechnik sind die wohl bekanntesten Marken Junkers und Buderus.

 

Was möchtest Du uns über dein Privatleben verraten?

Ich bin mittlerweile sehr glücklich verheiratet und habe zwei super Söhne. Die eigenen Interessen müssen momentan ein wenig zurück stehen, so lange die Kinder klein sind. Aber dafür unternehmen wir viel mit den Jungs.

 

Warum hast Du Dich für das Abitur am Ilmenau-Kolleg entschieden?

Das Kolleg war für mich als Suhler nahe genug und bot mir die ideale Möglichkeit mein Ziel (Hochschulreife) in einer angenehmen Umgebung (Thüringer Wald, Ilmenau) mit angenehmen Leuten (alle ungefähr gleichaltrig aber herrlich unterschiedlich) zu erreichen.

 

Was war für Dich das Besondere am Ilmenau-Kolleg?

Siehe obige Frage. Die gleichaltrigen Leute von denen manche so waren wie ich und manche so schillernd und bunt, dass es ein Spaß war zuzuschauen.

 

Welchen Tipp würdest Du aus heutiger Sicht einem Kollegiaten geben?

Es ist oft nicht leicht, aber man sollte versuchen die Balance zwischen "Leben genießen" und "hart arbeiten um den Grundstein für weitere Entwicklung zu legen" zu finden. Am Ende sollte man sagen können: Ich habe geile Parties gefeiert und ich bin im Leben das geworden, was ich werden wollte.
Ich kann das sagen.


Kretzschmar, Judith, Medienwissenschaftlerin, Abitur 1998

Was kannst Du uns über Deinen Werdegang nach dem Abitur berichten?

Nach dem Abitur habe ich in Leipzig im Magisterstudiengang Kommunikations- und Medienwissenschaft und Theaterwissenschaft studiert und 2003 abgeschlossen. Seit dem war ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Leipzig und Halle-Wittenberg sowie als freie Redakteurin und Journalistin tätig. Derzeit bin ich wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft in Leipzig und beende meine Dissertation.

 

Was möchtest Du uns über Dein Privatleben verraten?

Ich habe einen Lebensgefährten und bin sehr glücklich.

 

Warum hast Du Dich für das Abitur am Ilmenau-Kolleg entschieden?

Ich wollte immer Journalistin werden. Da mir aber das Abitur durch die DDR-Entscheidungsträger verwehrt wurde, absolvierte ich eine Lehre zur Bibliotheksfacharbeiterin und arbeitete nach der politischen Wende bei den Thüringer Wochenblättern. Nach einigen Jahren sah ich mich jedoch in einer beruflichen Sackgasse und der Wunsch nach einem Studienabschluss wurde wieder lauter. Daher wagte ich den radikalen Schnitt: Ich beendete mein sicheres Arbeitsverhältnis und ging an das Kolleg.

 

Was war für Dich das Besondere am Ilmenau-Kolleg?

Das Besondere war der Umgang miteinander. Wir waren alle Mitte zwanzig, kamen aus dem Berufsleben, hatten gekündigt und wussten genau, was wir wollten: das Abitur. Dabei waren Lehrer und Kollegiaten Partner und Freunde – eine Erfahrung, die wir bis dahin nicht gemacht hatten. Außerdem erlaubte das BAföG eine Unbeschwertheit, die uns auch unsere Freizeit gemeinsam in vielfältigster Weise gestalten ließ. Es waren drei ganz intensive, wunderbare Jahre, von denen ich nicht einen Tag missen möchte und aus denen wichtige Freundschaften hervorgegangen sind, die bis heute Bestand haben.

 

Welchen Tipp würdest Du aus heutiger Sicht einem Kollegiaten geben?

Die Zeit zu genießen, mit den Lehrern zusammenzuarbeiten und genau zu wissen, wozu man an dieser Schule ist. Das Kolleg bietet eine großartige Chance, die man nutzen sollte!

Rosenberger, Marcel, Gymnasiallehrer: Sport & Geographie, Abitur 2003

Was kannst Du uns über Deinen Werdegang nach dem Abitur berichten?

10 Semester Lehramtsstudium in Jena (1. Staatsexamen 2008);
2 Jahre Referendariat im Studienseminar Jülich (NRW) und am Erftgymnasium Bergheim (bei Köln);
Abschluss (2. Staatsexamen) Sommer 2010

 

Was möchtest Du uns über dein Privatleben verraten?

Sohn seit 2009

 

Warum hast Du Dich für das Abitur am Ilmenau-Kolleg entschieden?

Wollte noch mal andere Ziele im Leben erreichen;
War geistig unterfordert ;o)

 

Was war für Dich das Besondere am Ilmenau-Kolleg?

- viele nette Leute kennengelernt (Lehrer und Kollegiaten)
- Freunde fürs Leben gefunden
- sehr angenehmes Lernklima am Kolleg
- viele sehr schöne außerschulische Aktivitäten (Wandertage, Skifreizeiten, Klassenfahrten, etc)
- klein, übersichtlich, fast ein wenig familiär

 

Welchen Tipp würdest Du aus heutiger Sicht einem Kollegiaten geben?

Nutzt die Zeit wirklich als Sprungbrett in ein neues Leben und vor allem genießt die Zeit, sie ist schnell vorüber und kommt so auch nicht wieder!